Rauch und Duft mithilfe von Feuer zu erzeugen, ist eine uralte Tradition. Räucherwerk wurde von jeher für Rituale, Opferzeremonien und schamanische Bräuche eingesetzt. In allen großen Weltreligionen spielt das Räuchern eine wichtige Rolle und wird für die spirituelle Praxis verwendet. Man denke an den Weihrauch in der Kirche und an Räucherstäbchen in Tempeln.

Beim Räuchern im Rahmen von Zeremonien und Ritualen geht es in erster Linie um die äußere und innere Reinigung. Pflanzen wie Weihrauch, Myrrhe, Sandelholz oder Salbei besitzen eine starke antiseptische Wirkung. Außerdem werden so die Sinne auf eine angenehme Weise stimuliert.

Unser Geruchssinn ist eine wunderbare körpereigene Funktion. Gerüchte werden sofort verarbeitet und an unser Nervensystem weitergeleitet. Wenn Menschen oder Tiere sich durch einen Geruch bedroht fühlen, dann flüchten sie. Wenn hingegen ein Duft als sehr angenehm empfunden wird, dann löst das Glücksgefühle und schöne Erinnerungen in uns aus.

Im Ayurveda wird Räucherwerk auf vielfältige Weise eingesetzt. Durch die leicht austrocknende und stark schleimlösende Wirkung von Rauch wird Kapha reguliert. Auch Duftöle werden im Ayurveda therapeutisch verwendet.

In ayurvedischen Räucherzeremonien werden Ghee, Heilpflanzen, Harze und andere Substanzen verbrannt. Dazu werden besondere Mantren rezitiert und Gebete gesprochen, die die Schutzwirkung des Rauches noch verstärken sollen.

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Auch in unserer modernen Zeit können wir die Tradition des Räucherns pflegen und für uns nutzen. Es bringt frische Energie und reinigt unsere Umgebung von negativen Schwingungen. Stell es dir einfach vor wie energetisches Staubsaugen 😉

Für das Rächern im Alltag zuhause eignet sich besonders gut ein Bündel aus getrocknetem Salbei, vielleicht sogar aus dem eigenen Garten. Du kannst auch ein Rächerstövchen verwenden und mit Weihrauch, getrocknete Orangenschalen, Zimt, Nelken, Wacholder, Tannennadeln, Rosenblützen etc. räuchern. Das schützt Wohnräume vor Schimmelpilz und Ungeziefer, wirkt Kapha harmonisierend, antibakteriell und sorgt für gute Schwingungen. Weihrauch ist aufgrund seiner stark desinfizierenden Wirkung besonders wertvoll. Es gibt auch fertige Räuchermischungen zum Kaufen, z.B. im Reformhaus.

Geh mit deinem Räucherwerk durch den gesamten Wohnraum – auch in die Ecken und versteckten Winkel. Danach wird ordentlich gelüftet um den Rauch und somit die belastenden Energien und Keime in der Luft zu beseitigen. Es macht sich frische Energie breit, und man kann den reinigenden Effekt auf mentaler Ebene richtig spüren. Der Rauch klärt den Geist und hebt die Stimmung. Man wird ruhiger, die Sicht auf das Wesentliche ist klarer und Sorgen werden relativiert.

Traditionell wird gerne an Feiertagen und in den Rauhnächten geräuchert. Auch Rituale zum Vollmond und Neumond erfreuen sich wieder zunehmender Beliebtheit. Höre einfach auf deine Intuition, wann sich das Räuchern für dich gut anfühlt.

Was du bei Räucherwerk beachten solltest

  • Wenn du Räucherstäbchen verwendest, achte unbedingt auf die Reinheit der Zutaten. Wenn auf einem indischen Produkt „natural“ steht, dann ist damit oft nur gemeint, dass ein natürlicher Geruch, z.B. nach Rose, nachgeahmt wird. Es bedeutet aber nicht, dass wirklich natürliche Zutaten (wie etwa Rosenöl) enthalten sind.
  • Räucherstäbchen sind nicht für geschlossene Räume geeignet, sondern sollten eher in offenen oder gut durchlüfteten Bereichen verwendet werden. Beim Verbrennen werden nämlich unerwünschte Stoffe freigesetzt.
  • Verzichte auf alle Produkte mit synthetischen Duftstoffen. Sie können auch in geringen Mengen die Gesundheit schädigen.
  • Wenn du in geschlossenen Räumen räucherst, achte danach darauf gut durchzulüften.
  • Pala Santo, das heilige Holz, ist zwar ein sehr beliebtes Räucherwerk, das ich jedoch nur eingeschränkt empfehle. Palo Santo ist in den letzten Jahren im kommerziellen Bereich sehr populär geworden, und durch die wachsende Nachfrage wird illegale Abholzung zunehmend zu einem Problem. Achte beim Kauf von Palo Santo daher unbedingt auf vertrauenswürdige, nachhaltige Quellen.
  • Umgib dich nur mit angenehmen Duftstoffen. Wenn dir ein Duft unsympathisch oder unangenehm ist, dann meide ihn. Dazu ist dein angeborener Geruchssinn ja da!

Räuchern für die Doshas

Vata-Typen profitieren sehr vom Räuchern, da es den Geist beruhigt und Nervosität und Ängstlichkeit entgegenwirkt. Wärmendes und energetisierendes Räucherwerk ist besonders gut geeignet, z.B. Weihrauch, Zimt, Nelke, Sandelholz.

Für Pitta-Typen ist das Räuchern gut, um den Geist zu besänftigen und Emotionen wie Wut und Ärger zu verarbeiten. Besonders gut geeignet sind dafür Sandelholz, Rose, Jasmin und Blüten im Allgemeinen.

Bei Kapha-Typen kann das Räuchern der Anregung dienen und Trägheit entgegenwirken. Baumharze und Salbei sind besonders gut geeignet.

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