Gewürze sind die Stars der ayurvedischen Küche. Sie regen den Appetit an, unterstützen die Verdauung und gleichen unliebsame Eigenschaften von Lebensmitteln aus. Beispielsweise wirken Kümmelgewürze blähungswidrige und werden deshalb idealerweise mit Hülsenfrüchten kombiniert.

Aus ayurvedischer Sicht sind Gewürze wertvolle medizinische Mittel, die gezielt zum Einsatz kommen. Je mehr Gewürze zusammen verwendet werden, desto besser, denn sie potenzieren sich gegenseitig.  

Gewürze sind meist Samen von Pflanzen, aber auch deren Wurzeln, Rinde oder Blätter.

Anis

Anis hat einen süß-würzigen Geschmack, der an Lakritz erinnert. Anis kann in der Küche vielseitig verwendet werden und wird vor allem in der arabischen und indischen Küche sehr gerne verwendet. Hierzulande wir Anis klassisch als Brotgewürz und für Weihnachtsbäckerei verwendet.

Das in Anis enthaltene Öl Anethol wirkt entzündungshemmend, antibakteriell, antioxidativ, schleimlösend, entkrampfend, magenberuhigend und verdauungsfördernd.

Tipp: Bei Blähungen und Verdauungsproblemen nach dem Essen Anissamen kauen oder Anistee trinken.

Anis ist in meiner Porridge Masala enthalten.

Asafötida

Asafötida ist ein getrocknetes Harz, das aus der Asant Pflanze gewonnen wird. Das Gewürz ist auch unter den Namen Hing und Teufelsdreck bekannt. Asafötida wird in der ayurvedischen Küche gerne als Ersatz für Zwiebel und Knoblauch verwendet.

Durch seine verdauungsfördernde und entblähende Wirkung ist Asafötida ideal für die Zubereitung von Gerichten mit Hülsenfrüchten. Asafötida ist ein hervorragender Geschmacksverstärker, wirkt appetitanregend und fördert die Abgabe von Galle in den Dünndarm. Man sollte allerdings sehr sparsam mit dem Asafötida Pulver umgehen, da der Geschmack sehr intensiv ist. Eine kleine Prise ist ausreichend.

Als Gewürz ist das gemahlene Harz meist mit Bockshornklee als Trägersubstanz vermischt erhältlich.

Bockshornklee

stärkt die Nerven und hilft gegen Stress; ist gut gegen Haarausfall und senkt den Blutzuckerspiegel; sehr bitterer Geschmack, deswegen nur in geringer Menge verwenden

Chili

kommt in der ayurvedischen Küche sehr sparsam und nur gezielt zum Einsatz. Schärfe ist vor allem dann gut, wenn man zu Übergewicht, Trägheit und Verschleimung der Atemwege neigt.

Fenchel

stärkt das Verdauungsfeuer (Agni), wirkt gegen Blähungen und Darmkrämpfe und ist stark entzündungshemmend; lindert Menstruationsbeschwerden und unterstützt die Milchbildung während des Stillens.

Ingwer

Ingwer, das “Allheilmittel” des Ayurveda, ist mit seinem erfrischend zitronigen Geruch und seiner Schärfe weltweit ein sehr beliebtes Gewürz.

Ingwer hilft gegen Übelkeit und Blähungen, Halsschmerzen und Husten; wirkt vorbeugend gegen die Ansammlung von Schlacken (Ama); senkt den Cholesterinspiegel.

Ingwer in getrockneter Form kann auch für Süßspeisen, Getränken, Tees oder Gewürzmilch verwendet werden.

Tipp: Bei Übelkeit ein kleines Stück Ingwer kauen – das beruhigt den Magen.

Ingwer ist in meiner Agni Masala und meiner Porridge Masala enthalten.

Kardamom

Kardamom ist eines der ältesten und wertvollsten Gewürzen der Welt, gleich nach Safran und Vanille.

Kardamom wirkt allgemein beruhigend, stärkt das Herz und fördert das Gedächtnis; wirkt antiseptisch und tötet jene Bakterien, die Mundgeruch verursachen. Die ätherischen Öle im Kardamom beruhigen den Darm.

Tipp: Eine Prise Kardamom im Kaffee hemmt den schädlichen Effekt des Koffeins. Kardamom Kapseln kauen hilft gegen schlechten Mundgeruch.

Kardamom ist in meiner Porridge Masala enthalten.

Koriander Samen

Koriander Samen und frische Korianderblätter sind unterschiedliche Teile der selben Pflanze.

Koriander Samen wirkt kühlend, entzündungshemmend und schmerzlindernd, fördert die Verdauung und lindert Entzündungen des Magen-Darm-Systems und der Harnwege. Koriander hilft gegen Wassereinlagerungen im Körper und wirkt krampflösend und appetitanregend.

Koriander ist außerdem entgiftend und unterstützt die Funktion der Leber, was besonders wichtig ist, wenn man Alkohol, Koffein und weißen Zucker zu sich nimmt.

Tipp: Bei Blasenentzündungen hilft Korianderwasser. 2 EL Koriandersamen in 500 ml kaltes Wasser geben, aufkochen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Schluckweise über den ganzen Tag verteilt trinken.

Koriander Samen sind in meiner Agni Masala und meiner Porridge Masala enthalten.

Kreuzkümmel

wird auch Cumin genannt

verdauungsfördernd, stark blähungswidrig; stärkt Leber, Darm und Nieren. Kreuzkümmelsamen sind reich an Eisen.

In der ayurvedischen Küche werden hauptsächlich jene Gerichte mit Kreuzkümmel gewürzt, die schwer verdaulich und blähend sind, z.B. Hülsenfrüchte, Kohl.

Kurkuma

auch als Gelbwurzel bekannt (engl. Tumeric)

Kurkuma ist ein Antibiotikum aus der Natur, wirkt blutreinigend, stark entzündungshemmend, unterstützt Leber und Galle; wird in der Krebstherapie eingesetzt; stärkt das Immunsystem und wirkt vielen Mikroorganismen entgegen.

Um die Aufnahme im Körper (Bioverfügbarkeit) zu erhöhen, sollte man Kurkuma immer zusammen mit einer Prise schwarzem Pfeffer verzehren.

Tipp: Baue präventiv Kurkuma täglich in deine Ernährung ein – 1 TL Kurkuma pro Tag wäre ideal!

Muskatnuss

verbessert die Nährstoffaufnahme im Dünndarm; fördert die Durchblutung und Verdauung, wirkt entkrampfend im Magenbereich; wirkt schleimlösend, beruhigt bei Einschlafstörungen und gilt als natürliches Antibiotikum.

Tipp: Vor dem Schlafengehen eine warme Mandelmilch mit einer Prise Muskat, ein wenig Zimt und Honig trinken.

Nelke

Gewürznelken sind die getrockneten Blütenknospen des Gewürznelkenbaums. Im Köpfchen der Nelke befindet sich der höchste Anteil an Öl,

Nelke wirkt schmerzlindernd (besonders bei Zahnschmerzen) und blutreinigend; fördern die Verdauung und ist appetitanregend.

Tipp: Um das Immunsystem zu stärken und Erkältungen vorzubeugen, bereite dir einen Tee aus Gewürznelken zu. 6 – 8 Nelken mit 1 Liter Wasser aufkochen, 10 Min. köcheln lassen und dann schluckweise trinken.

Nelke ist in meiner Porridge Masala enthalten.

Schwarzer Pfeffer

reinigt den Magen-Darm-Trakt und verbrennt Schlackenstoffe; ist stark verdauungsanregend; wirkt entwässernd, entzündungshemmend, schleimlösend und ausleitend.

Schwarzkümmel

wurde bereits von den Pharaonen und vom Prophet Mohammed aufgrund seiner Heilkraft geschätzt und in der Bibel erwähnt; enthält essenzielle Fettsäuren, die auf den Körper wie ein Jungbrunnen wirken; stärkt das Immunsystem; wirkt blutreinigend und ist ein starkes Mittel gegen Parasiten; wird in der Krebstherapie eingesetzt, da er die Ausbreitung von Krebszellen stoppen und die Bildung von Metastasen aufhalten soll.

Zimt

Zimt wird aus der Rinde junger Äste des Zimtbaumes gewonnen. Die Rinde wird abgezogen und anschließend getrocknet.

Es wird zwischen den Sorten Ceylon Zimt und Cassia Zimt unterschieden. Ceylon Zimt besitzt ein breiteres Geschmacksspektrum und Cassia Zimt hat ein sehr intensives Aroma.

Zimt wirkt wärmend und stabilisiert den Blutzuckerspiegel; beugt Heißhungerattacken vor; hilft bei Erkältungen und gilt als natürliches Antibiotikum. Außerdem wird Zimt eine stimmungsaufhellende Wirkung nachgesagt.

Ceylon und Cassia Zimt sind in meiner Porridge Masala enthalten.

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4 Comments

  1. eva hirtner 21. August 2019 at 12:44

    Liebe Angelika!
    DANKE für die Tipps zu den Gewürzen, die kann ich sehr gut gebrauchen.
    Liebe Grüße….Eva

    Reply
  2. Conny 10. September 2019 at 12:44

    Danke für den Beitrag! Viele der genannten Gewürze kommen bei mir regelmäßig zum Einsatz. Besonders Kurkuma verwende ich sehr häufig. Zur Zeit nehme ich Kurkuma täglich in Form eines Konzentrats (das hier) ein, um mein Immunsystem zu stärken. In letzter Zeit bin ich leider sehr oft krank geworden, deswegen möchte ich damit mein Immunsystem auf natürliche Weise stärken.
    Alles Liebe,
    Conny

    Reply
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